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Nisthilfen-ABC
A wie
Aufhängung:
Nistkästen sollten im Herbst
aufgehängt werden. Die Vögel können sie dann schon im Winter
als Schlafplatz nutzen und vielleicht ihren zukünftigen Brutplatz
kennenlernen. Man kann sie aber prinzipiell auch bis in
den Vorfrühling noch aufhängen.
Die Kästen müssen vor
praller Sonne und Regen geschützt sein, die Fluglöcher sollten
also nach Osten oder Südosten weisen. Damit kein Regen eindringen
kann, sollten die Kästen niemals nach hinten, eher nach vorne überhängen.
A wie Alunägel:
Wenn nicht freipendelnd, dann hängt man
Nistkästen an Bäumen am besten mit Nägeln aus Aluminium auf.
B wie
Baumläufer
sie brauchen Nistkästen, die ein Einschlupfloch haben,
das am Stamm anliegt. Sie zählen zu den Nischenbrütern und bauen ihr
Nest aus kleinen Tannenreisern.
B wie Boden:
Wenn man Nistkästen selbst
baut, muß man darauf achten, daß der Boden immer zwischen den
Seitenteilen hängt. Das vermeidet Staunässe bei
eindringendem Regenwasser.
B wie Bücher:
Im Handel gibt es eine große Anzahl an
Büchern mit Bauanleitungen. Besonders empfehlenswert ist "Nisthilfen
für Vögel und andere heimische Tiere: mit Bauanleitungen auf CD"
von K. Richarz und M. Hormann
C wie Chemie:
Auf Holzschutzmittel und giftige Farben
sollten Sie beim Nistkastenbau verzichten!
E wie Einfache Nistkästen:
Hier gibt es verschiedene Sorten
und Ausführungen, die man auch leicht selbst bauen kann. Die Möglichkeiten
reichen von "normalen" Viereckskästen über Dreieckskästen
bis hin zur Halbhöhle. Des weiteren sind im Fachhandel Bayerische
Giebelkästen, Nasen- und Großraumkästen (jeweils zum besseren
Schutz vor Raubzeug) aus Holz und Holzbeton erhältlich. Je nach Fluglochausführung
für andere Arten geeignet.
F wie Fledermäuse
Auch für unsere gefährdeten
Fledermausarten gibt es Nistkästen, da natürliche Nistplätze
und alte Scheunen zunehmend verschwinden. An Bäumen
sollten keine flachen "Spaltennistkästen" angebracht werden, an
Gebäuden keine solchen Kästen, die Baumhöhlen nachempfunden sind.
F wie (Ein-) Fluglöcher:
Das Flugloch "entscheidet" bei
einfachen Nisthilfen, welche Vogelart in einem Kasten brütet, denn
jede Vogelart benötigt andere Gegebenheiten. Die Blaumeise passt als eine
der wenigen Arten noch durch Löcher mit 26-28 mm Durchmesser. Die
meisten Arten etwas größer, weshalb sie der Blaumeise diesen Nistplatz
nicht streitig machen können. Nur bei einem großen
Nistkastenangebot ist es empfehlenswert, Nistkästen mit dieser kleinen
Öffnung anzubieten.
G wie Gartenrotschwanz (Vogel des Jahres 2011)
der Gartenrotschwanz bevorzugt
ein ovales Flugloch mit 30mm Breite und 45mm Höhe.
Als Nischenbrüter mag er gerne Nistkästen mit hellem Innenraum, z. B.
die Variante des "Wettenberger Nistkastens" mit zwei nebeneinander
liegenden Einfluglöchern.
G wie Großraumhöhlen:
Im Handel finden sich Angebote für
Kleinvögel mit geräumigen Bruthöhlen. Ob diese so empfehlenswert sind,
ist durchaus fragwürdig. Da nicht immer gewährleistet ist, dass die
Nestmulde weit hinten im Kasten liegt, ist kein Schutz vor
Beutegreifern gegeben. Zudem müssen die Vögel mehr Nistmaterial
eintragen. Lediglich der Kleiber scheint geräumige Nistkästen zu
bevorzugen, selbstverständlich gilt das auch für den größeren Star.
H wie Holzbeton:
Holzbeton ist eines der besten
Materialien für Nistkästen. Z. B. die bekannte Firma Schwegler bietet
Holzbetonkästen in zig verschiedenen Ausführungen an.
H wie Holzschutzmittel:
Auf Holzschutzmittel und giftige Farben
sollten Sie beim Nistkastenbau verzichten!
I wie Insektennistkästen:
Wildbienen benötigen nur einen
Holzklotz, in den verschiedene Löcher mit 3 bis 9 mm Durchmesser gebohrt
worden sind. Auch zusammengebundene
hohle Stängel werden von verschiedenen Insekten genutzt. Die Wollbiene
kann man mit der Anpflanzung von Wollziest zusätzlich unterstützen.
Umgekehrt in Obstbäumen aufgehängte und mit Holzwolle gefüllte
Blumentöpfe werden von Nützlingen wie dem Ohrwurm angenommen. Hummeln
kann man mit speziellen Nistkästen helfen, die Mäusebauen
nachempfunden sind.
K wie Käuze
Steinkäuzen kann man mit speziellen Niströhren helfen, die man in Obstwiesen
anbringt. Immer 2-3 Stück verwenden, die kleinen Eulen nutzen sie
neben der Brut auch als Tagesversteck und Vorratskammer. Wichtig: Die
Einflugöffnung muss zum Stamm zeigen, damit umherkletternde Jungvögel
(Ästlinge) wieder in die Nistkammer hinein können. Für Waldkauz und Co
gibt es große Nistkästen, die man wie Kleinvogelnisthilfen an Bäume
hängen kann.
M wie Meisen
sind gute Insektenvertilger. Jede
Meisenart sucht auf andere Weise ihre Nahrung:
Blaumeisen suchen die Ästen
von oben bis unten nach Insekteneiern und -larven ab, Kohlmeisen schnappen
nach Insekten, die sich bewegen. Ein Meisenpaar vertilgt mit seiner Nachkommenschaft
jährlich fast 75 kg (!) Insekten.
N wie Nisthilfenführer:
Der Nisthilfenführer enthält
18 Bauanleitungen für Nistkästen verschiedenster Sorten sowie
praktische Tipps zur Anbringung und Pflege. Er ist leider NICHT mehr erhältlich
(wir arbeiten dran, die Unterlagen zukünftig zum Download bereit zu
stellen).
N wie Niststeine:
Besonders beim Neubau von Gebäuden
empfiehlt es sich, Niststeine in die Mauern einzulassen. Sie weisen die
o. a. Fluglochgrößen oder größere Öffnungen für
Halbhöhlenbrüter auf und verfügen über eine Höhle
mit flach-ovaler Vertiefung am Boden für das Nest. Das Einflugloch
befindet sich in einem herausnehmbaren Einsatz. Niststeine hoch oben in
Hauswänden eignen sich für Mauersegler (Fluglochgröße
55 x 33mm). Auch für Fledermäuse gibt es Niststeine.
O wie Ovales Flugloch
Ein ovales Einflugloch wird bevorzugt vom
Gartenrotschwanz (hochkant 32x45mm) oder vom Mauersegler (quer 55x33
mm).
P wie Plastik:
Nistkästen aus Plastik sind
nicht empfehlenswert, da sie zu "dicht" sind, Hitze schnell aufnehmen und
nicht leicht zu Reinigen sind.
R wie
Reinigung:
Nistkästen werden gewöhnlich
regelmäßig im Herbst oder Winter gereinigt, möglich ist
auch ein Reinigen gleich nach dem Ende der Brutsaison im August.
S wie
Spezialnistkästen:
Hier gibt es sehr viele Varianten,
die speziell auf die Bedürfnisse einzelner Vogelarten zugeschnitten
sind, auch hier gibt es jeweils verschiedene Ausführungen. Einige
kann man selber bauen, andere hält der Fachhandel bereit.
S wie
Schwalben
Schwalben nehmen Nisthilfen aus kleinen Brettchen oder
künstliche Schwalbennester aus Holzbeton an.
T wie
(andere) Tiere:
Freuen sie sich, wenn Sie andere
Tiere als Vögel in Ihren Nistkästen antreffen, zum Beispiel Siebenschläfer,
Haselmäuse, Waldmäuse, Hummeln, oder Hornissen. Auch sie verdienen
unseren Schutz!
U wie Ursprung: Der
"Urtyp" der Nisthöhle ist natürlich die Spechthöhle oder das
ausgefaulte Astloch. Erst im 19. Jahrhundert wurden solche
Nistplätze gezielt künstlich hergestellt, um die "nützlichen
Insektenfresser" zu fördern.
W wie Wettenberger Nistkasten
Die Vorteile des WN liegen in der
verbesserten Raubzeugsicherheit, wegen einem Holzklotz, der mit der Vorderwand
verbunden ist. In Krofdorf-Gleiberg zeigt er gute Erfolge beim Schutz der Bruten
vor dem Waschbär. Außerdem kann man den WN durch verschiedene
Fluglochausführungen für die verschiedensten Vogelarten attraktiv
machen.
Hinweise und Ergänzungen
zum Nistkasten-ABC nehmen wir gerne entgegen!
Mail: specht [ät] nabu-giessen.de
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