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NABU-Kreisverband erfreut über neue Vorstandsmitglieder 

Kreis Gießen/Heuchelheim (tma). Bei der Vertreterversammlung des NABU-Kreisverbandes Gießen ergaben sich Änderungen in der Vorstandszusammensetzung. So trat Günter Guckelsberger aus Altersgründen als Schatzmeister zurück. Der Vorsitzende Dr. Achim Zedler dankte ihm herzlich und überreichte ein Buchgeschenk. Der Vorstand schlug Michael Schneeweiß als Nachfolger vor, der dann auch einstimmig in das Amt gewählt wurde. Außerdem konnten zwei neue Vorstandsmitglieder gewonnen werden: Luise Klee und Manfred Heller wurden als Besitzer gewählt.

NABU-Vorsitzender Dr. Achim Zedler (rechts) verabschiedet Günter Guckelsberger und dankt ihm für 18 Jahre Tätigkeit als Schatzmeister.

 Der Rest des Vorstandes wurde bei den turnusgemäßen Wahlen im Amt bestätigt. Somit steht der größte Naturschutzverband im Kreis Gießen weiterhin unter der Führung von Dr. Achim Zedler und Hans-Erich Wissner. Als Schriftführer fungiert Martin Wenisch, der darüber hinaus das Feldhamsterschutzprojekt im zweiten Jahr betreut und sich bei der Wahrnehmung zahlreicher Behördentermine engagiert einbringt. Auch ihm dankte Zedler mit einem Präsent. Die Jugendarbeit koordiniert Peggy Schneeweiß, für die Pressearbeit ist Tim Mattern verantwortlich. Beisitzer sind außerdem Oliver Tschirschnitz, Anja-Ute Wölm und Karl Herrmann.

Der ergänzte Kreisvorstand: M. Heller, M. Wenisch, P.  Schneeweiß, K. Herrmann, H. E. Wissner,T.  Mattern, A. Zedler, A. U. Wölm, M. Schneeweiß, L. Klee, O. Tschirschnitz

 

Die Versammlung fand im Kinzenbacher Mehrzweckgebäude auf Einladung des NABU Heuchelheim-Kinzenbach statt, die in diesem Jahr ihr 25jähriges Jubiläum begeht. Dessen Vorsitzender Günter Schmidt gab einen kurzen Überblick über die Ortsgruppe. Vor der Gründung gab es bereits seit 1963 eine Vogelschutzgruppe innerhalb des Kulturrings Heuchelheim. Aktuell gehören dem Verein 271 NABU-Mitglieder an – „und damit spielen wir wohl in der Champions-League“, so Schmidt. Der Verein betreut diverse Nistkästen sowie ein Grundstück mit Laichtümpel, Trockenmauer, Schwalbenhaus und Insektenhotel. Darüber hinaus werden Pflegemaßnahmen unter anderem im Volkenbachtal durchgeführt. Auch die Kinder- und Jugendarbeit ist in Heuchelheim ein Arbeitsschwerpunkt. „Allerdings würde einiges in der Naturschutzarbeit besser laufen, wenn sich die Gemeindeverwaltung auch an ihre eigenen Vorgaben im Landschaftsplan halten würde“, merkte Schmidt abschließend an.

In seinem Jahresbericht ging Zedler auf die Tätigkeiten des NABU-Kreisverbandes ein. Neben der Organisation vierteljährlicher Treffen auf Kreisebene, der Koordination der Jugendarbeit, Teilnahme im Naturschutzbeirat und im Vorstand der Landschaftspflegevereinigung wurde wieder ein Vogelkundlicher Jahresbericht herausgegeben. Inhaltlich setzte sich der Verband unter anderem mit einer Kartierung von Stromleitungen im Auftrag der Staatlichen Vogelschutzwarte, Feldhamsterschutz, der Ausweisung von Biotopen als Geschützte Landschaftsbestandteile, Holzeinschlag und der Auszeichnung von Fledermausfreundlichen Häusern auseinander. Auch eine Mitgliederwerbung fand wieder statt: „Im Kreis Gießen sind 1,7 Prozent der Bevölkerung NABU-Mitglied, so viele Mitglieder hat keine politische Partei“, so Zedler. Der Vorsitzende kritisierte, dass manche Verbände im Namen des NABU an die Öffentlichkeit gingen, ohne sich vorher mit den NABU-Orts- oder Kreisvorständen abgestimmt zu haben. Den Steinbruch Langd – Eigentum der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe – habe man konzeptionell und auch durch Arbeitseinsätze weiterentwickelt. „Erfreulich ist, dass ein großer Teil unserer Einwendungen in den neuen Regionalen Raumordnungsplan eingearbeitet wurde.“ Weiterhin sucht der NABU noch aktive Mitarbeiter, so zum Beispiel für Stellungnahmen zur Wasser-Rahmenrichtlinie und für Kartierungen. In 2009 gilt ein besonderes Augenmerk dem Rotmilan, dem Eisvogel und im Wald brütenden Dohlen, die möglichst hessenweit erfasst werden sollen.

Hans-Erich Wissner berichtete über die Stellungnahmen, die der nach dem Bundesnaturschutzgesetz anerkannte Verband zu Bauvorhaben und ähnlichem abgebe. Problematisch sei insbesondere, dass die Verbände neuerdings nicht mehr automatisch angeschrieben würden. „Wir müssen im Staatsanzeiger und in den örtlichen Mitteilungsblättern auf anstehende Anhörungsverfahren achten und uns selbst die Unterlagen dazu besorgen.“ Nur von einem Planungsbüro aus Linden erreiche den Kreisverband noch regelmäßig Post, wie Wissner lobend hervorhob.

Günter Guckelsberger gab den Kassenbericht, woraufhin die Prüfer Manfred Heller und Rolf Gerth eine saubere Kassenführung bescheinigten. Als neuer Kassenprüfer rückt Heinz Weiß für Manfred Heller nach.

Im Anschluss an die Versammlung zeigte Martin Henkelmann einige Dias aus der Heuchelheimer Jugendarbeit.

 

 

 

 

Zedler neuer Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes

 Der Naturschutzbund (NABU) Kreisverband Gießen steht seit 28.4.06 unter neuer Führung. Der langjährige Vorsitzende Hans-Erich Wissner (Allendorf/Lda.) trat bei den turnusgemäßen Neuwahlen zurück und nahm quasi einen Platzwechsel mit seinem Vize Dr. Achim Zedler (Fernwald) vor. Besondere Überraschung im Rahmen der Mitgliederversammlung: Kreisbeigeordneter Stefan Becker verlieh Landesehrenbriefe an Hans-Erich Wissner und Günter Guckelsberger für ihr langjähriges Wirken im Naturschutz.

Neu im Vorstand sind des Weiteren Anja-Ute Wölm (Linden) als Schriftführerin und Karl Herrmann (Biebertal) als Beisitzer. Der restliche Vorstand stellte sich bis auf Ewald Seidler (Pohlheim), der sich künftig mehr der Kommunalpolitik widmen will, zur Wiederwahl. Bestätigt wurden somit Günter Guckelsberger als Schatzmeister, Peggy Schneeweiß als Vertreterin der Naturschutzjugend (NAJU), Tim Mattern als Pressesprecher (alle Wettenberg) sowie die Beisitzer Oliver Tschirschnitz (Gießen) und Martin Wenisch (Langgöns). Die Kassenprüfer Diethard Heyn (Staufenberg) und Martin Magnus (Hüttenberg) bescheinigten dem Schatzmeister eine saubere Kassenführung und der Vorstand wurde entlastet. Heinz Handloser (Gießen) tritt als neuer Kassenprüfer an die Stelle von Magnus.

Ausrichter der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes im Mainzlarer Saalbau Müller war der NABU Staufenberg, der in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen feiern kann. Vorsitzender Heyn, Kreisbeigeordneter Becker, NABU-Landesgeschäftsführer Harmut Mai und Erhard Thörner als Vorsitzender des HGON-Arbeitskreises Gießen richteten Grußworte an die Versammlung.

Wissner berichtete aus dem Tätigkeitsspektrum des vergangenen Jahres. Neben vier NABU-Gruppentreffen in verschiedenen Kreisgemeinden wurde wieder die Herausgabe des Vogelkundlichen Jahresberichtes organisiert. Die Beteiligung am Kauf des Steinbruches in Langd war ein Meilenstein im Geschäftsjahr 2005. Im Vorstand setzte man sich unter anderem mit Stellungnahmen zu Bebauungs- und Flächennutzungsplänen, Schutzgebieten, Holzeinschlägen, Radwegebau und Amphibienschutzmaßnahmen auseinander. Mit dem Verein Sportangler Gießen und Umgebung ist man im Gespräch bezüglich des zunehmenden Kanutourismus auf der Lahn und des Freizeitdruckes in der Lahnaue. Begleitet wurden die bundesweiten NABU-Aktionen zu Jahresvogel, Zugvogelbeobachtung und Gartenvogelzählung (in 2006 vom 5. bis 7. Mai). Wissner dankte den Vorstandsmitgliedern und allen, die den NABU durch ihre Mitarbeit oder Kooperation unterstützen. Ergänzend bat Zedler die Vertreter der NABU-Gruppen, dass man vor Ort Ideen für Ausgleichsmaßnahmen sammeln sollte, die so im Falle eines Eingriffes in die Landschaft gleich zur Verfügung stehen können. Darüber hinaus sollten sich mehr Gruppen an der Kleiber-Kartierung (Vogel des Jahres 2006), dem Birdwatch und der Gartenvogelzählung beteiligen, sowie Wanderungsschwerpunkte von Amphibien an Straßen melden.

Schneeweiß berichtete aus der Jugendarbeit. Im vergangenen Jahr fand ein Zeltlager auf Burg Lißberg in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Lahn-Dill statt. Thema für die 120 Kinder war das Mittelalter. Aufgrund des großen Erfolges wird Ende Juni wieder ein Zeltlager, diesmal zum Thema „Asterix und Obelix“ in Karben angeboten. Darüber hinaus beteiligten sich einige Gruppen am „GEO-Tag der Artenvielfalt“, und der Kreisverband informierte über die NAJU beim Festival „Bring Anna mit“.

Um die Pflege verletzter Vögel ging es am Ende der Versammlung. Seit vielen Jahren betreibt Helga Sheppard in Nonnenroth eine kleine Pflegestation und arbeitet eng mit dem Giessener Geflügelinstitut zusammen. Von Jahr zu Jahr würden es mehr Vögel, die ihr gebracht werden, und für Greifvögel und Eulen wird eine neue Voliere benötigt. Sheppard bat den Kreisverband und die Gruppen um finanzielle Unterstützung, während die „Man-Power“ bereits von einigen NABU-Mitstreitern aus dem Lumdatal geleistet wird.

 

 Der neue Vorstand mit Kreisbeigeordnetem Stefan Becker (links): Karl Herrmann, Peggy Schneeweiß, Achim Zedler, Anja-Ute Wölm, Hans-Erich Wissner, Günter Guckelsberger und Tim Mattern. Nicht abgebildet sind Oliver Tschirschnitz und Martin Wenisch.

  

Jahrzehntelanges Wirken im Naturschutz honoriert 

Günter Guckelsberger und Hans-Erich Wissner wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung des NABU-Kreisverbandes Gießen mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet. Erster Kreisbeigeordneter Stefan Becker würdigte das jahrzehntelange Engagement der beiden Naturschützer.

Wissner kam 1974 zum damaligen Deutschen Bund für Vogelschutz in Allendorf/Lumda, zehn Jahre später engagierte er sich im Kreisvorstand, dessen Vorsitzender er von 1993 bis  zum vergangenen Freitag war.

Der Wißmarer Guckelsberger war von 1990 bis 1998 Schatzmeister des NABU Wißmar, anschließend sechs Jahre Vorsitzender. Seit 1991 übt er das Amt des Schatzmeisters im NABU-Kreisverband Gießen aus und ist auch bis heute Beisitzer in der Wißmarer Gruppe.

Neben der Vorstandsarbeit im Kreisverband stecken beide alljährlich ungezählte Stunden in die Sammlung vogelkundlicher Daten aus dem Kreisgebiet. Auf Grundlage dieser Datenbank wird dann mit weiteren Mitstreitern seit 15 Jahren der Vogelkundliche Jahresbericht auf aktuell über 200 Seiten im A5-Format herausgegeben.

 

Im Vordergrund Hans-Erich Wissner und Günter Guckelsberger, die mit dem Landesehrenbrief von Stefan Becker (Mitte) ausgezeichnet wurden.

Es gratulierten NABU-Landesgeschäftsführer Harmut Mai und der neue Vorsitzende Dr. Achim Zedler (von links).

 

 

 

 

Steinbruch Langd gehört nun zum „Hessischen Naturerbe“

Uhu-Schutzprojekt im Kreis Gießen am 21.9.05 übergeben

Zahlreiche NABU-Vertreter freuten sich mit Dr. Achim Zedler (5. v. l.), Bodo Fritz (Mitte) und Hartmut Mai (5. v. r.) über die Übergabe des Steinbruch an die

NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe. 

Am vergangenen Mittwoch stellte der Naturschutzbund (NABU) sein aktuelles Schutzprojekt für den Uhu vor. Der Steinbruch „Am Köpfel“ bei Langd wurde durch den NABU Hessen in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Gießen und der Ortsgruppe Langd erworben und soll nun künftig als Brutgebiet für den Uhu und viele weitere seltene Tiere und Pflanzen gesichert werden. Für einen noch ausstehenden Restbetrag bittet der NABU weiterhin um Spenden für Kauf und Sicherung des Steinbruches.

Der Uhu, Vogel des Jahres 2005 und Symbol für die Artenvielfalt in stillgelegten Steinbrüchen, ist bereits seit 1999 Brutvogel im Langder Steinbruch, wie Bodo Fritz erläuterte. Der Vorsitzende des NABU Langd und des Vereins für Vogel-, Umwelt-, Landschaftsschutz und Landschaftpflege (VNULL) berichtete über die Geschichte des Steinbruches. Bereits seit 1991 sei man bemüht, das Gelände in Zusammenarbeit mit den Behörden zu sichern. Zwischenzeitlich wurde seitens des Betreibers eine Genehmigung zur teilweisen Verfüllung beantragt, doch dem machte letztendlich der Einzug des Uhus einen Strich durch die Rechnung. Auch große Teile der örtlichen Bevölkerung engagierten sich nun für das Kleinod. Schließlich wurden sich NABU und Steinbruchbesitzer einig und das Gelände wird nun dauerhaft für die Natur gesichert. Die ortsansässigen Naturschützer werden auch die Pflege des etwa 1,5 Hektar umfassenden Steinbruches übernehmen.

NABU-Landesgeschäftführer Hartmut Mai und Dr. Achim Zedler vom Kreisverband zeigten sich erfreut, dass der Steinbruch nun von der NABU-Stiftung „Hessisches Naturerbe“ übernommen werden konnte. „Wir möchten die Menschen nicht aus der Natur aussperren, sondern sie ihnen zeigen und Verständnis für unsere Anliegen wecken“, sagte Mai. Der Steinbruch solle nicht grundsätzlich tabu sein, aber während der Brutzeit des Uhus nicht betreten werden, baten Fritz und Mai. „Wilde Tiere und Artenvielfalt gibt es nicht nur in Afrika sondern auch bei uns.“ In der Tat: Viele wärmeliebende und dabei seltene Tier und Pflanzenarten sind in dem vielfältigen Gelände zu finden. Neben Felswänden gibt es sonnenexponierte Magerrasen, wo sich Zauneidechsen und Schlingnattern, Tagfalter und Heuschrecken tummeln. Rote-Liste-Arten auf den Magerrasen sind beispielsweise Karthäuser- und Büschel-Nelke. In zeitweise vorhandenen Tümpeln können die Kaulquappen der seltenen Wechselkröte heranwachsen. An Boden und Felsen konnten sich langsam wachsende Flechten entwickeln. Erstaunlicher Weise brütet in der Nachbarschaft des Uhus regelmäßig ein Turmfalkenpaar, obwohl dessen Nachwuchs der großen Eule regelmäßig zum Opfer fällt. „Ganz normal“, betonte NABU-Fachmann Fritz. Der Uhu stehe als größte Eule an der Spitze der Nahrungskette, und mache auch vor kleineren Artgenossen wie Schleiereulen nicht halt. „Immerhin fressen die jungen Turmfalken auch an den Resten, die der Uhu übrig lässt.“

Die größte einheimische Eule befand sich schon am Rand des Aussterbens. Gezielte Auswilderungen und Artenschutzprojekte zeigten jedoch Erfolg und halfen dem Uhu bei der Rückkehr. Der wissenschaftlich Bubo bubo – nach seinen Rufen – genannte Vogel ist damit einer der großen Gewinner und ein Erfolgsbeispiel für Naturschutzprojekte. Dennoch ist der Uhu auf menschliche Hilfe angewiesen, nun müssen seine Lebensräume und Brutgebiete dauerhaft gesichert werden, um die Population von 800 bis 1000 Brutpaaren in Deutschland stabil zu halten.

Für den Kauf und erste Sicherungsmaßnahmen waren rund 40.000 Euro erforderlich. Der NABU bittet zur Sicherung des Naturparadieses weiterhin um Spenden: NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, Bank für Sozialwirtschaft Köln, Konto 8 295 700, BLZ 370 205 00. Weitere Informationen im Internet unter www.nabu-hessen.de.

 

 

 

 50 Interessierte beim „Krofdorfer Schwalbentag“

 Kreis Gießen/Wettenberg (tma). Mehrmals im Jahr kommen die Naturschutzbund-Gruppen und die Vogelschutzbeauftragten unter Federführung des NABU-Kreisverbandes Gießen an wechselnden Orten zusammen. Das jüngste Treffen fand in Zusammenarbeit mit dem NABU Krofdorf-Gleiberg zum Thema Schwalbenschutz am vergangenen Samstag statt. Eingeladen zu dem Erfahrungsaustausch waren auch die Betreuer von Schwalbenhäusern aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus. 

Auf dem Programm stand eine Exkursion durch den Ort, in dem im vergangenen Jahr 294 besetzte Mehlschwalbennester gezählt wurden. Anschließend wurden wichtige Punkte eines erfolgreichen Mehlschwalbenschutzes in einem Kurzvortrag vertieft. Alle Tipps und Tricks sowie wissenswertes über die Schwalbenhäuser sind zudem in einer neuen Ausgabe der Vereinsbroschüre „ZilpZalp“ nachzulesen.

Das „A und O“ einer nachhaltigen Sicherung des Mehlschwalbenbestandes sei die Aufklärungsarbeit, hieß es im Vortrag von Oliver Wegener. Mehlschwalben bauen ihre Lehmnester an Hauswände, und sind wegen ihrer Hinterlassenschaften bei vielen Hausbesitzern nicht gern gesehen. Vogelschützer sollten aktiv auf die Hausbesitzer zu gehen, sie beraten und mit Anbringen von Kotbrettern und Kunstnestern unterstützen. Zudem sei eine genaue Bestandsaufnahme der vorhandenen und besetzten Schwalbennester hilfreich. Aufgrund dieser Daten könnten gute Standorte gezielt gesichert und mit künstlichen Nestern ergänzt werden. Zu guter Letzt könne ein Schwalbenhaus als dauerhaft sicherer Koloniestandort aufgebaut werden. Einer solchen Maßnahme müsste jedoch eine genaue Beratung und Standortprüfung voraus gehen, damit das Vorhaben Erfolg hat. Es gebe einerseits Beispiele, wo ein Schwalbenhaus gleich nach der Aufstellung angenommen wurde, doch leider warten noch viele der künstlichen Mehlschwalbenkolonien auf ihre gefiederten Bewohner, berichtete der Agraringenieur. Die dem Krofdorfer bislang bekannten Standorte sind unter www.schwalbenschutz.de im Internet einzusehen.

Zuvor führten Reinhold Stork und Oliver Wegener die Teilnehmer in zwei Gruppen zu den beiden Krofdorfer Schwalbenhäusern. Auf dem Weg wurden auch kleinere Maßnahmen, wie das fachgerechte Anbringen von Kotbrettern und Kunstnestern erörtert.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten Hans-Erich Wissner, Vorsitzender des NABU-Kreisverbands, und Hans-Richard Wegener, Vorsitzender der Krofdorfer NABU-Gruppe, die Anwesenden und zeigten sich erfreut, dass das Thema des Schwalbenschutzes so vielen am Herzen liege. Wegener richtete seinen Dank an alle, die den Schutz von Mehl- und Rauchschwalben sowie Mauerseglern unterstützen, so unter anderem auch die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformatik. „Es wäre schön, wenn die Gedanken im Sinne eines nachhaltigen Natur- und Umweltschutzes weiter getragen würden.“ Bürgermeister Gerhard Schmidt erinnerte sich in seinem Grußwort an die 50er Jahre, wo noch in fast jedem Haus ein Viehbestand vorhanden war: „Die Schwalben gehörten einfach dazu.“ Der NABU Krofdorf-Gleiberg habe auch den Schwalbenschutz über 40 Jahre konsequent umgesetzt. Bei Problemen, beispielsweise als es hygienische Bedenken über den Vogelkot unter dem Schwalbenhaus auf dem Spielplatz Schieferstraße gab, zogen Gemeinde und Naturschutz an einem Strang. Unter den Gästen weilten auch Hans Karpenstein, Vorsitzender der Gemeindevertretung, Michael Krick, Wettenbergs Umweltbeauftragter, Karl Herrmann, Kreisbeauftragter für Vogelschutz.

 

 

   

 

NABU-Kreisverband Gießen und Verein Sportangler Gießen u. Umgebung stellten gemeinsame Positionen fest


 In der Vergangenheit gab es immer wieder unterschiedliche Sichtweisen von Anglern und Naturschutz über verschiedene Themenbereiche, die sich mit den heimischen Fischbeständen und Gewässern befassen. Inhaltliche Konflikte wurden teilweise über die Presse ausgetragen. Um so etwas in Zukunft zu vermeiden und da es viele gemeinsame Standpunkte und Zielsetzungen gibt, trafen sich kürzlich Vertreter des VSA Gießen (Angelsportverein Gießen und Umgebung) und des NABU-Kreisverbandes Gießen, um die jeweiligen Positionen zu sondieren. Dabei konnte festgestellt werden, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Konflikte gibt. Die gemeinsamen Standpunkte bestanden in:
- Der VSA-Giessen vertritt gemeinsam mit dem NABU prinzipiell die Auffassung, dass die gesamte Pflanzen- und Tierwelt des Bereichs Lahnaue und angrenzender Gewässer ein schützenswertes Gut darstellen.
- Die Gewässer sind durch Freizeitnutzung übermäßig stark belastet. Das betrifft insbesondere die Lahn und Seen der Lahnaue bei Heuchelheim, Atzbach und Dutenhofen. Die Lahn betreffend werden Ruhe- und Brutzonen von Fischen, wie z.B. Kiesbänke, trotz bestehenden Uferbetretungsverbotes durch das Auenschutzprogramm massiv gestört. Die Anzahl von Bootsfahrern sollte in einem naturverträglichen Maß beschränkt werden. Flach fließende Bereiche, wie der Lahnabschnitt von Roth bis zur Badenburg, sind besonders gefährdet und sollten aus dem Bootsverkehr ganz herausgenommen werden. Dieses ist um so gravierender, da die gefährdeten Fischarten gerade an solche Fließgewässerabschnitte gebunden sind. Auch sensible Bereiche der Stillgewässer sollten besser geschützt werden. So sollte der Gewässerkörper im Bereich NSG Westspitze Dutenhofener See wieder durch eine Leine abgesperrt werden, da sich der Bootsverkehr nicht an die NSG-Abgrenzung hält.
- Die heimischen Gewässer sind teilweise nicht als naturnah zu bezeichnen. Trotz Anstrengungen vonseiten der Angler im Naturschutz und der Verbände im Naturschutz und einigen sehr positiven Ansätzen in den letzten Jahren (bspw. Reservierung von Teilen der Lahnaue für den Naturschutz, Renaturierung von Fließgewässern in Teilbereichen im Raum Wettenberg) gibt es hochgradigen Verbau und eine noch nicht zufriedenstellende Wasserqualität. Fischtreppen des gesamten Lahnbereiches funktionieren häufig nicht. Damit ist ein ungehindertes Wandern von Fischen nicht möglich.
- Um die Situation für die heimischen Fischarten zu verbessern, kann es punktuell sinnvoll sein, durch strukturelle Maßnahmen im Uferbereich Fischen Rückzugs- und Fluchtmöglichkeiten zu bieten. Damit können zusätzliche Fluchtmöglichkeiten geschaffen werden, v.a. in Bereichen, die solche Möglichkeiten nicht bieten (freier Uferabfall, frei zugängliche Uferbereiche)
- Kläranlagen sollten optimal arbeiten. Regelmäßige Wartungsarbeiten sind dazu erforderlich. Sie sollten auch bei Kapazitätserhöhungen (Zuschaltung neuer Baugebiete oder Industrieareale) entsprechend erweitert werden. Diese Dinge dürfen nicht Sparzwängen zum Opfer fallen oder in unzumutbarer Weise zeitlich nach hinten verschoben werden.
- Die Angler legen sich bereits seit Jahren eine Selbstbeschränkung auf, wie viel und wo gefangen wird. Dazu wird ein naturverträgliches Nutzungskonzept durch bestehende Hegegemeinschaften erstellt. Besatzmaßnahmen geschehen grundsätzlich nur mit einheimischen Fischarten.
In folgenden Punkten konnte keine Übereinstimmung gefunden werden:
- Der Angelsportverein Gießen steht auf dem Standpunkt, dass eine Bedrohung einheimischer standorttreuer (autochthoner) Fischarten durch den Kormoran gegeben ist. Der Verein stellt fest, dass eine Reduzierung des Bestandes notwendig ist, der aber im Rahmen der gesetzlich auferlegten Verantwortung und Möglichkeiten zur Hege der Fischbestände und im Rahmen des Kormoranerlasses der Landesregierung. Aus Sicht der Angler sind die Bestände der Kormorane im heimischen Raum besonders hoch, wesentlich größere Gewässer wie Rhein und Main verkraften entsprechend hohe Individuenzahlen besser als die vergleichsweise kleine Lahnaue. Der VSA hält den hohen bestand für eine Folge von eine Summe von Eingriffen in der Kulturlandschaft. Unstrittig ist es seit ca.1996 im heimischen Raum zu einem Anstieg der Kormoranpopulation gekommen. Dieser stagniert allerdings seit 3 Jahren auf hohem Niveau. Der NABU-Kreisverband Gießen lehnt jegliche Bejagung des Kormorans ab. Der Kormoran ist Teil der natürlichen Fauna. Er ist seit dem 15. Jahrhundert nachweislich immer bejagt worden, sodass bisher keiner den „natürlichen“ Bestand dieser Art kannte. Dieser zeigt sich jetzt erst im Zuge des Schutzes. Die Behauptung, es handele sich nicht um eine einheimische Vogelart kann wiederlegt werden. Allerdings sind die hohen Zahlen von Herbst bis Frühjahr vor allem durch Überwinterer aus dem Bereich der Nord- und Ostsee bedingt, wie Ringablesungen zeigen. Im Rahmen der globalen Verantwortung auch für Zugvögel sieht der NABU auch für diese Individuen ein notwendiges Schutzziel. Falls Kormorane wirtschaftliche Schäden anrichten, z.B. bei professionellen Fischzüchtern, gibt es andere Möglichkeiten den Kormoran von den Gewässern fernzuhalten (Bsp. Überspannen der Wasserkörper mit Netzen.) Untersuchungen haben gezeigt, dass der Abschuss weniger Individuen nichts bringt.
 Einig sind sich Angelsportverein und der NABU wiederum darin, dass ökologisch intakte Gewässer auch mit dem „Problem“ Kormoran zurechtkämen. In dieser Richtung wollen beide Verbände in Zukunft gemeinsam arbeiten, um die Situation an den einheimischen Gewässern zu verbessern. Dann stellt sich das „Problem Kormoran“ nicht mehr. 
 Kormoran: Interessantes Projekt aus Baden-Württemberg.

 

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