NABU Kreisverband Gießen e. V.
- SPECHT-Ausgabe 1/2003 -
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 Beauftragter für Vogelschutz
der
Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
für den
Landkreis Gießen
 

Auswertung aktueller Beobachtungen:
 

Phänomen Kranichzug
 

 
Inzwischen wurden ornithologi-schen Daten aus dem Bereich der Kranichbeobachtungen und Kra-nichforschung auf Bundesebene ausgewertet. In etwa dürften sich zum laufenden Jahr keine Verände-rungen ergeben, so dass aufgrund der Datensammlung des NABU-Kreisverbandes Giessen (G. Gu-ckelsberger Dr. A. Zedler, H.E.Wissner)  im "Vogelkundlichen Jahresbericht für den Kreis Gießen - 2002), sowie der "Arbeitsgemein-schaft Kranichschutz" (Prof. Pran-ge, Universität Halle, 2001)  die im-mer wieder von vielen interessierten Bürgern gestellten Fragen nach dem aktuellen Wissenstand beantwortet werden können.
 

Zusammenfassung der Fragen im
Einzelnen
(mit 2 aktuellen Anlagen)
 

Einfluss von Windkraftanlagen:
Einzugsgebiete größerer Rastplätze und Einflugschneisen zu langzeitig ge-nutzten Schlafstellen sind zwingend von Windrädern freizuhalten! Tatsäch-liche Einwirkungen auf das Zugverhal-ten sind insg. bisher nicht nachgewie-sen worden, da Kraniche bei bestimm-ten Wetterlagen, der Rastplatzsuche und der Suche des Familienverbandes auch häufig kurzzeitig unterschiedliche Flugmuster an den Tag legen (Flug in entgegengesetzte Richtung, Kreisen) gab es unterschiedliche Aussagen.

Irritationen durch Skybeamer:
Sofern ungünstige Faktoren, wie Ne-bel, Dunkelheit, Schlechtwetterfronten oder Gegenwind hinzu kommen, füh-ren größere künstliche Lichtquellen zu nachweislichen Irritationen und Ablen-kungen von der Zugroute. Kraniche orientieren sich beim Flug an den Sternen, der Landschaft mit Gebirgen und Flußtälern und nach Expertenmei-nung am Magnetfeld der Erde.

Wirkung von Mobilfunkantennen:
Kraniche ziehen bei der Neufindung der Formation vor allem bei ungünsti-gen Witterungsbedingungen, vor oder nach dem Aufsteigen an Rastplätzen häufig in verschiedene Richtungen.  Zahlreiche Beobachtungen im Novem-ber 2002 haben dies bestätigt, zumal gleichzeitig praktisch überall Mobil-funkantennen vorhanden sind. 

Aus heutiger Sicht spricht gegen eine Einwirkung die Tatsache, dass zig-Tausende von Kranichen unbeein-druckt  von Sendeantennen ihre Route beibehalten und selbst den Frankfurter Flughafen mit seinem bekannten Funkverkehr und Lichtquellen problem-los - auch für Flugzeuge - passiert ha-ben. Hierzu werden aber alle Beobach-tungen auch in den kommenden Jah-ren weiter ausgewertet.

Flugzeit, Rast:
Je nach Witterung erfolgt die Einle-gung von Pausen nach etwa 10 - 12 Stunden auf bekannten Rastplätzen auch in Mittelhessen, Hauptkriterien sind absolute Störungsfreiheit, bevor-zugt werden dabei Flachwasserzonen. Nachweisbar sind Formationen im non-stop Flug über 24 Stunden von der Insel Rügen über Deutschland und Frankreich bis nach Spanien geflogen. Wiederholt wurden im Herbst 2002 Landwirte beobachtet, die mit ihren Traktoren offenbar vorsätzlich  die ras-tenden Kraniche wieder zum Aufbruch veranlassen wollten. Zahlreiche Hob-byornithologen der Region haben dies durch gütliche Einflussnahme teilweise verhindern können. Ebenfalls wurden Bürger beobachtet, die offenbar Futter ausbringen wollten: Da die Fluchtdis-tanz beim Kranich über 100 m beträgt und kein Vergleich zu domestizierten Wasservögel möglich ist, führen diese Bemühungen nur zum Aufschrecken der Kraniche mit folgenden Orientie-rungsproblemen  und mutwillig herbei-geführten Energieverlusten beim Wei-terzug.
Auf dem Wegzug erscheinen Krani-che in Hessen deshalb hauptsäch-lich abends, da sie ihre großen Rastplätze in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg morgens verlassen und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 50 km/h ziehen.
Beim Rückflug wird meistens von Rastplätzen in Frankreich gestartet, daher erreichen die Kraniche Hessen oft in der ersten Tageshälfte.
 
 

Rufe:
Die trompetenartigen Rufe dienen zum Zusammenhalt der Kette und stammen von den Altvögeln. Erstziehende Jung-kraniche sind an den hohen Pfeiftönen erkennbar. Der Leitvogel wird regel-mäßig von einem anderen Tier in der keilförmigen Formation  abgelöst, so dass eine energiesparende Flugform im jeweiligen Windschatten gebildet wird.
 

Routen:
Auf der westeuropäischen Route zie-hen inzwischen (2002 geschätzt) ca. 150.000 Tiere, in Frankreich haben nachweislich 68.000 Kraniche überwin-tert. Der ca. 300 km breite Zugkorridor der westziehenden Population führt fast vollständig über Hessen, wobei offenbar im Marburger Raum die meis-ten Vögel nachgewiesen wurden. Im  Kreis Gießen konnten 2001 alleine ca. 80.000 ziehende Vögel beobachtet werden.
Etwa 95.000 Kraniche wurden auf der Baltisch-Ungarischen Route beobach-tet, hier dominieren die nordosteuropä-ischen Herkünfte, aus Schweden ka-men 7 % der abgelesenen Ringvögel. In Ungarn haben 1200 Kraniche über-wintert.
Die ersten Zugerscheinungen (Rück-flug) werden inzwischen oft schon En-de Januar beobachtet, allerdings ver-ändert sich  der Rückzug etwas nach Norden (nördlich des Moseltales) und erfolgt eher entzerrt. Höhepunkte beim Rückzug liegen Anfang März. 
Der Herbstzug beginnt je nach Witte-rung im September mit Höhepunkten durch Kaltlufteinbrüche an der Ostsee und endet mit kleinen Trupps etwa Mit-te Dezember.
 

Überwinterung:
Frankreich hat sich zu einem großen Überwinterungsgebiet entwickelt, wo-durch der Zugweg geringer geworden ist. Geschätzt wurden im Jahr 1999 etwa 31.000, 2000 etwa 37.000 und 2001 genau 67.870 Tiere. Schwer-punkt der Überwinterung war Südwest-frankreich.
Für Spanien liegen umfangreiche Da-ten aus der Provinz Extremadura vor, danach wurden 51293 Kraniche vom 14.12. bis 16.12.2001 an 19 Plätzen gezählt.

Biologie in Stichworten:
Mit ca. 115 Höhe größer als der Storch, Gefieder aschgrau, weiße Kopfseiten, Kehle und Hals schwarz, Scheitelplatte leuchtend rot. Brutvogel in Eurasien, Nord- und Mitteleuropa bis Sibirien, Brutplätze in feuchten Niede-rungsgebieten, Moore, Feuchtwiesen, 
Schlafplätze oft im Seichtwasser (Schutz vor Nahrungsfeinden), Lege-zeit April/Mai, 1 - 3 Eier, Brutzeit ca. 30 Tage, Jungvögel nach 9 Wochen flüg-ge, Nahrung sind Kleintiere und Pflan-zen, größere Insekten. Die Familien bleiben bis zum Winter zusammen und fliegen in keilförmiger Formation oft auch mit anderen Familienverbänden.
 
 

Besonderheiten:
Einige Kraniche bleiben sowohl im Sommer (Brutvögel), als auch im Win-ter in Deutschland, alleine in Li-num/Nauen konnten im Januar 2001 etwa 1200 Tiere im Januar nachgewie-sen werden. Als Futterplatz diente ein abgeerntetes Maisfeld. 
Untersuchungen von verendeten Kra-nichen haben keine erhöhten toxischen Grundwerte (Kupfer, Quecksilber, DDT) ergeben.
Die Beobachtungen dieses sehr scheuen Großvogels zeigen inzwi-schen offenbar eine zunehmende Verlagerung der Zugrouten  von früher östlich ziehenden Vögel die jetzt westliche Route wählen. Ursa-che können Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung der bisherigen Zugwege u.a. in der e-hemaligen UdSSR sein. Eine Rolle scheint die Reduzierung des Mais-anbaues zu spielen, da Kraniche bevorzugt abgeerntete Maisstoppel-felder als Nahrungsquellen nutzen.
 
 

Offene Fragen  / Zusammenfassung
 

Ø Zum Alter der Kraniche und zum Anteil von Jungvögeln liegen kaum Angaben  vor.

Ø Obwohl regelmäßig auch in Finn-land, Schweden und im östlichen Deutschland Kraniche systematisch mit deutlich sichtbaren Farbringen versehen werden, erfolgten von den Ornithologen kaum Rückmel-dungen bei den Beobachtungen mit Spektiven an den Rastplätzen.

Ø Die Dokumentation über das Auf-suchen der Kraniche von Rastplät-zen in Hessen ist für die Diskussion der Ausweisung von weiteren Feuchtgebieten von großer Wich-tigkeit.

Ø Der Einfluss von Windkraftrotoren, in den Himmel gerichtete  starke Lichtquellen und Sendemasten, die zu möglichen Orientierungsproble-men führen können, wird durch zu-künftige Beobachtungen detaillier-ter bewertet werden können. 

Ø Durch genaue Beobachtungen des Zugverhaltens , Beringungen oder Patenschaften für Einzelvögel, die mit Sendern ausgestattet werden, wird auch zukünftig versucht, weite-re Einzelheiten zu dem  "Phänomen Kranichzug" zu gewinnen. 

Ø Hierbei sind Meldungen von inte-ressierten Mitbürgern stets will-kommen, es empfiehlt sich, nicht bei jeder Einzelbeobachtung die wenigen datensammelnden eh-renamtlichen Mitarbeiter anzuru-fen, sondern die Zugdaten (Da-tum, Uhrzeit, Anzahl, Flugrich-tung)  zu notieren und gesam-melt später mitzuteilen.
 

      Alfred Görlach
 
 

Beauftragter für Vogelschutz
der
Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
für den
Landkreis  Gießen

(Alfred Görlach, Pohlheim)

Mitteilungen
 

 
Vogelkundlicher Jahresbericht
Kreis Gießen
Band 11 - 2002
________________________

mit ornithologischen Daten von 2001
 

Zum Ende des Jahres 2002 ist es unseren  drei "Machern" im NABU-Kreisvorstand  Dr. Achim Zedler, Hans-Erich Wissner und Günter Guckelsberger gelungen, wieder-um einen rundum gelungenen vogelkund-lichen Jahresbericht in exzellenter Aufma-chung und optisch ansprechendem Druck herauszugeben.
Auf 217 Seiten im DIN A 5 Format wer-den 202 Vogelarten datenmäßig bear-beitet. Grundlage sind die Meldungen der knapp 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbei-ter von NABU, HGON und OBV, sowie weiterer interessierter Melder, die alle mit Namen vorangestellt wurden.
Die zig-Tausend Einzeldaten werden diesmal teilweise in farblichen Diagram-men dargestellt. Prächtige Farbfotos , auf-genommen von A. Zedler, runden den vogelkundlichen Jahresbericht in seiner Gesamtheit positiv ab.
Im Hinblick auf die Tatsache, dass solche wissenschaftlich bearbeiteten Datensammlungen über Jahre konkrete Schlüsse auf unterschiedliche Veränderungen unseres heimischen Ökosystems durch Veränderungen der Vogelwelt zulassen, wird angeregt, dass alle interessierten Leser des "SPECHTES" eine Ausgabe erwerben sollten.
Aus Kostengründen kann im Nachhinein keine Neuauflage erfolgen, zum anderen behalten die Daten gerade im Vergleich mit den kommenden Jahren stets ihre Gül-tigkeit und sind unersetzliche Dokumente.
Ohne ehrenamtliches Engagement aller an der aktuellen Ausgabe Beteiligter wäre diese Broschüre nicht zustande gekom-men, vor allem wäre sie deshalb nicht mehr bezahlbar, da Tausende von Ar-beitsstunden kostenlos geleistet wurden.
Deshalb ist der Preis des "Vogelkundli-chen Jahresberichtes" 2002 von nur 5 € im Grunde eine Anerkennungsgebühr und spiegelt nicht im entferntesten die darin enthaltene Mühe wider.
Herausgeber ist wie immer der Natur-schutzbund Deutschland, NABU, Kreis-verband Gießen e.V.

Interessenten wenden sich an unseren Schatzmeister im NABU-KV Vorstand:

Günter Guckelsberger, Launsbacher Str. 27 a, 35435 Wettenberg-Wißmar, Tel. 06406-1843
Anm.:
In dieser SPECHT-Ausgabe sind die Da-ten des Kranichzuges aus dem vogelkund-lichen Jahresbericht mit veröffentlicht 

Jahresberichte

In diesem Zusammenhang darf ich an die Jahresberichte für 2002  der Ortsbeauf-tragten für Vogelschutz erinnern. Neben vogelkundlichen Daten sind stets Hinweise auf Aktivitäten oder Einflussnahmen im jeweiligen Zuständigkeitsbereich er-wünscht. Alle Angaben werden für die Vogelschutzwarte ausgewertet, bzw. der Redaktion des "Vogelkundlichen Jahres-berichtes" zugeleitet.
 

Die Mauersegler machen den Sommer

Vogel des Jahres 2003 - Sommerboten kehren erst Anfang Mai ins Mittelhessische zurück

Kreis Gießen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat den Mauersegler (Apus apus) als Vogel des Jahres ernannt. Im Bestand ist er noch nicht droht, aber wie sein Vorgänger der Hausspatz leidet auch der Jahresvogel 2003 unter Wohnungsnot. „Immerhin ist über die Mauersegler im Kreisgebiet mehr bekannt, als über die Spatzen,“ stellt Hans-Erich Wissner, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes, fest. „Immerhin neun NABU-Ortsgruppen führen seit mehreren Jahren regelmäßige Zählungen der Brutpaare durch und melden uns ihre Daten.“ Im unlängst erschienen „Vogelkundlichen Jahresbericht“ mit den Daten aus dem Jahr 2001 sind für den Kreis Gießen 193 erfasste Brutpaare verzeichnet. 

Der Mauersegler ist perfekt an das Leben in der Luft angepasst, und trotz seiner Ähnlichkeit zu den Schwalben nicht mit ihnen Verwandt. Charakteristisch sind die sichelförmigen Flügel und die hohen „srriii-srrriii“-Rufe. Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben in der Luft, nicht einmal zum Schlafen nehmen sie auf einem Ast Platz – nur zum Brüten landen sie auf festem Untergrund. Da die Jungvögel auch mit dem ersten Ausfliegen selbstständig sind und nie wieder ihre Kinderstube zurückkehren werden, sitzen sie mit etwa 40 Tagen sehr lange im Nest. Die Mauersegler sind Langstreckenzieher und legen jedes Jahr rund 190.000 Kilometer zurück. Sie ernähren sich ausschließlich von fliegenden Insekten, die gezielt angeflogen und geschnappt werden. Mit ihrer Nahrungs-grundlage zusammen hängt das kurze Gastspiel der Mauersegler bei uns: Die Vögel erreichen um den 1. Mai das hiesige Brutgebiet und sind Anfang August schon wieder verschwunden. 

Wie mit dem Spatz will der NABU auch mit dem Mauersegler für mehr Natur in den Dörfern und Städten werben. Eine konkrete Hilfsmaßnahme für die Segler ist das Anbringen von Nistkästen unter dem Dach, aber vor allem sollten bestehende Brutplätze bei Sanierungen nicht verschlossen werden. 
Ein freier An- und Abflug ist für die Vögel von Bedeutung, weshalb vor allem hohe Gebäude bevorzugt werden. In Krofdorf-Gleiberg hat ein findiger Hausbesitzer in einer Giebelwand Einflüge geschaffen und dahinter Bruthöhlen für die Segler angebracht. So hat er vom Dachboden aus jederzeit Einblick in das Geschehen im Nest. Mit einer Tonattrappe lassen sich die „Singles“ unter den Mauerseglern sogar an neue Brutplätze anlocken, da sie sonst nur in bekannten Kolonien nach freien Wohnungen suchen.
Für die Hausbesitzer besteht kein Grund, eine verschmutzte Fassade zu fürchten, da die Vögel keinen Dreck am Brutplatz hinterlassen. Die Altvögel entsorgen den Kot der Jungvögel an einem anderen Ort, um keine Feinde wie Marder auf den Brutplatz aufmerksam zu machen. Die Ortsgruppen und der Kreisverband geben gerne Tipps zum Anbringen von Nistkästen für Mauersegler.

Daten über regelmäßige Zählungen liegen dem NABU-Kreisverband aus Fellingshausen und Königsberg, Annerod und Steinbach, Wieseck, Reinhardshain, Ruppertsburg und Treis vor, aber auch diese wiesen laut Wissner Lücken auf. „Wir möchten mehr Aktive gewinnen, Daten über den Mauersegler zu sammeln.“ Für die Teilnahme an der bundesweiten Kartierung des NABU können interessierte Gruppen eine Kartierungsanleitung unter www.nabu.de bekommen. „Ebenfalls ist es wünschenswert, wenn die Kartierungen der Haussperlinge in den kommenden Jahren noch fortgeführt würden,“ so Wissner.
Pressemitteilung des NABU-Kreisverbandes vom 04.01.03

Rufattrappen
Es ist bekannt, dass Mauersegler neue Nistplatzangebote nur schwer finden. Um auf neue Nistkästen aufmerksam zu machen, kann man die Segler mit Tonbändern anlocken. Die Rufe der Mauersegler sollten dabei möglichst nah am Einflugloch in den Morgen- und Abendstunden abgespielt werden.
Tonträger mit Mauersegler-Rufen können bei Mitgliedern des Kreisvorstands ausgeliehen oder erworben werden. Außerdem bietet die Firma Agrofor (Wettenberg), die auch sehr im Schwalbenschutz versiert ist, solche CDs an (www.schwalbenschutz.de).
 

Mauersegler-Station macht dicht
Die Ausgabe der Hessenschau vom 03.01.2003 berichtete über die Mauerseglerstation von Christiane Haupt in Frankfurt. Dort werden in Spitzenzeiten bis zu 140 verletzte oder schwache Mauersegler mit hohem Aufwand versorgt (und das in einem nur 35m² messenden Raum). Sicherlich läßt sich in unseren Fachkreisen darüber streiten, ob die mit hohem (auch finanziellen) Aufwand betriebene Pflege der Vögel der Arterhaltung der Mauersegler dienlich ist. Dennoch fand ich es schade, zu erfahren, daß die Station im zeitigen Frühjahr ihre Pforten schließen wird - und das auch noch im "Jahr des Mauerseglers". Es stehen weder ausreichend Platz noch Geld zum weiteren Betrieb zur Verfügung. Noch ist Zeit, Sponsoren und neue Räumlichkeiten zu finden - vielleicht findet sich ja auf diesem Wege eine derartige Möglichkeit...

Bevölkerungsentwicklung und §29er-Stellungnahmen
(az) Im Oktober 2002 wurde in der Giessener Presse die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung im Kreisgebiet bis 2020 dargestellt. Kernpunkt ist dabei, dass die Bevölkerungszahlen durchschnittlich um ca. 7% sinken werden, mit Schwankungen in einzelnen Gemeinden, die man der beigefügten Tabelle entnehmen kann (siehe nächste Seite!). Folgende Gemeinden werden vor allem starke Abnahmen haben: Allendorf/Lda., Biebertal, Gießen, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Laubach, Rabenau und Staufenberg. Diesen Sachverhalt sollten wir uns zukünftig aktiv in unser §29er-Arbeit zu Nutze machen, bei Landschafts-, Raumordnungs- und Bebauungsplänen. In den letzten Jahrzehnten war hier immer argumentiert worden, der Bevölkerungszuwachs mache die Ausweisung von neuen Baugebieten nötig. Einige Gemeinden haben aber schon jetzt Schwierigkeiten, ihre Bauplätze an den Mann zu bringen. Von daher sollte bei zukünftigen Bauplänen auf ein maßvolles Vorgehen oder auch auf einen vollständigen Verzicht zur Bauerweiterung gedrängt werden und mit diesen Zahlen dabei argumentiert werden.
 

NABU-Arbeitskreis Lumdatal gebildet

Die anwesenden Vertreter der örtlichen Gruppen Lollar, Staufenberg, Treis, Allendorf (Lumda), Allertshausen und Odenhausen (Lumda) bildeten am 15.11.2002 im Vereinsheim der Gruppe Treis einhellig den NABU-Arbeitskreis Lumdatal. Zwischenzeitlich hat auch die Gruppe Londorf ihre Teilnahme erklärt.

Der Schutz der Natur umfasst nicht nur einen einzelnen Ortsteil oder eine einzelne Gemeinde, sondern auch die Perspektive einer gesamten Landschaft oder Region. Diese nicht neue Erkenntnis war die Haupttriebfeder zur Bildung dieses Arbeitskreises.

Zur Stärkung des Naturschutzes im Lumdatal gegenüber kommunalen und staatlichen Stellen ist es daher von besonderer Bedeutung, wenn von den örtlichen Gruppen des Naturschutzbundes im Lumdatal die Naturschutzinteressen unter Einbringung des Sachverstandes des NABU gestärkt werden können. Daneben spielt die Informierung der Bevölkerung eine wichtige Rolle.

Der AK will sich hauptsächlich folgender naturschutzrelevanter Belange annehmen:
- Bauleitplanungen der Kommunen
- Landschaftsplanung
- Verkehrsprojekte
- Gewässerangelegenheiten
- Informierung der Öffentlichkeit

Das bedeutet, dass zukünftig auch Stellungnahmen der örtlichen NABU-Vereine im Lumdatal grundsätzlich vom NABU Arbeitskreis Lumdatal erarbeitet werden. Für die Stadt Lollar betrifft dies lediglich die Kernstadt Lollar, die Angelegenheiten für die anderen Stadtteile bleiben von dieser Regelung ausgenommen.

Auch der Informationsaustausch zwischen den örtlichen NABU-Gruppen wird dadurch verbessert werden. Deren interne Angelegenheiten bleiben jedoch unberührt. Der Arbeitskreis wird sich mit eigenem NABU-Logo präsentieren.

Anschrift des Arbeitskreises:
Hans-Erich Wissner
Allendorf (Lumda)
Zahlgasse 4
35469 Allendorf
'  (0 64 07)  63 69
E-Mail: HEWissner@t-online.de
 

Kreisvorstand gegen „Testkäufe“
(tma) In einem internen Rundbrief des NABU Bundesverbandes wurde Ende letzten Jahres um „Testkäufe“ gebeten, um zu überprüfen, ob bestimmte Verkaufsstellen von Einweggetränken sich an die neue Dosenpfand-Regelung halten. Aus verschiedenen Gründen hat sich der Kreisvorstand gegen solche Testkäufe, bei denen eine eidesstattliche Versicherung des Testkäufers abgegeben werden muß sofern kein Dosenpfand berechnet wurde, ausgesprochen.
 

Neue Vorstandsmitglieder gesucht
(tma) Der Kreisvorstand ist zur Zeit etwas „dünn“ besetzt, daher werden noch weitere Personen gesucht, die Interesse daran haben, im Vorstand mitzuarbeiten. Ein Einstieg in die Vorstandsarbeit ist auch vor der Jahreshauptversammlung möglich und erwünscht, um eine Einarbeitungszeit zu haben. Unbesetzt ist derzeit das Amt des Schriftführers, gerne würden wir einen Koordinator für die Jugendarbeit einsetzen. Wer einmal in die Vorstandsarbeit „reinschnuppern“ möchte kann sich an Karl Herrmann (Tel.: 06409/2841) oder jedes andere Vorstandsmitglied wenden 
 


 
 
 

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2003