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Übersicht
SPECHT
Beauftragter für Vogelschutz
der
Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
für den
Landkreis Gießen
Auswertung aktueller Beobachtungen:
Phänomen Kranichzug
Inzwischen wurden ornithologi-schen Daten aus dem Bereich der Kranichbeobachtungen
und Kra-nichforschung auf Bundesebene ausgewertet. In etwa dürften
sich zum laufenden Jahr keine Verände-rungen ergeben, so dass aufgrund
der Datensammlung des NABU-Kreisverbandes Giessen (G. Gu-ckelsberger Dr.
A. Zedler, H.E.Wissner) im "Vogelkundlichen Jahresbericht für
den Kreis Gießen - 2002), sowie der "Arbeitsgemein-schaft Kranichschutz"
(Prof. Pran-ge, Universität Halle, 2001) die im-mer wieder von
vielen interessierten Bürgern gestellten Fragen nach dem aktuellen
Wissenstand beantwortet werden können.
Zusammenfassung der Fragen im
Einzelnen
(mit 2 aktuellen Anlagen)
Einfluss von Windkraftanlagen:
Einzugsgebiete größerer Rastplätze und Einflugschneisen
zu langzeitig ge-nutzten Schlafstellen sind zwingend von Windrädern
freizuhalten! Tatsäch-liche Einwirkungen auf das Zugverhal-ten sind
insg. bisher nicht nachgewie-sen worden, da Kraniche bei bestimm-ten Wetterlagen,
der Rastplatzsuche und der Suche des Familienverbandes auch häufig
kurzzeitig unterschiedliche Flugmuster an den Tag legen (Flug in entgegengesetzte
Richtung, Kreisen) gab es unterschiedliche Aussagen.
Irritationen durch Skybeamer:
Sofern ungünstige Faktoren, wie Ne-bel, Dunkelheit, Schlechtwetterfronten
oder Gegenwind hinzu kommen, füh-ren größere künstliche
Lichtquellen zu nachweislichen Irritationen und Ablen-kungen von der Zugroute.
Kraniche orientieren sich beim Flug an den Sternen, der Landschaft mit
Gebirgen und Flußtälern und nach Expertenmei-nung am Magnetfeld
der Erde.
Wirkung von Mobilfunkantennen:
Kraniche ziehen bei der Neufindung der Formation vor allem bei ungünsti-gen
Witterungsbedingungen, vor oder nach dem Aufsteigen an Rastplätzen
häufig in verschiedene Richtungen. Zahlreiche Beobachtungen
im Novem-ber 2002 haben dies bestätigt, zumal gleichzeitig praktisch
überall Mobil-funkantennen vorhanden sind.
Aus heutiger Sicht spricht gegen eine Einwirkung die Tatsache, dass
zig-Tausende von Kranichen unbeein-druckt von Sendeantennen ihre
Route beibehalten und selbst den Frankfurter Flughafen mit seinem bekannten
Funkverkehr und Lichtquellen problem-los - auch für Flugzeuge - passiert
ha-ben. Hierzu werden aber alle Beobach-tungen auch in den kommenden Jah-ren
weiter ausgewertet.
Flugzeit, Rast:
Je nach Witterung erfolgt die Einle-gung von Pausen nach etwa 10 -
12 Stunden auf bekannten Rastplätzen auch in Mittelhessen, Hauptkriterien
sind absolute Störungsfreiheit, bevor-zugt werden dabei Flachwasserzonen.
Nachweisbar sind Formationen im non-stop Flug über 24 Stunden von
der Insel Rügen über Deutschland und Frankreich bis nach Spanien
geflogen. Wiederholt wurden im Herbst 2002 Landwirte beobachtet, die mit
ihren Traktoren offenbar vorsätzlich die ras-tenden Kraniche
wieder zum Aufbruch veranlassen wollten. Zahlreiche Hob-byornithologen
der Region haben dies durch gütliche Einflussnahme teilweise verhindern
können. Ebenfalls wurden Bürger beobachtet, die offenbar Futter
ausbringen wollten: Da die Fluchtdis-tanz beim Kranich über 100 m
beträgt und kein Vergleich zu domestizierten Wasservögel möglich
ist, führen diese Bemühungen nur zum Aufschrecken der Kraniche
mit folgenden Orientie-rungsproblemen und mutwillig herbei-geführten
Energieverlusten beim Wei-terzug.
Auf dem Wegzug erscheinen Krani-che in Hessen deshalb hauptsäch-lich
abends, da sie ihre großen Rastplätze in Mecklenburg-Vorpommern
und Brandenburg morgens verlassen und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit
von etwa 50 km/h ziehen.
Beim Rückflug wird meistens von Rastplätzen in Frankreich
gestartet, daher erreichen die Kraniche Hessen oft in der ersten Tageshälfte.
Rufe:
Die trompetenartigen Rufe dienen zum Zusammenhalt der Kette und stammen
von den Altvögeln. Erstziehende Jung-kraniche sind an den hohen Pfeiftönen
erkennbar. Der Leitvogel wird regel-mäßig von einem anderen
Tier in der keilförmigen Formation abgelöst, so dass eine
energiesparende Flugform im jeweiligen Windschatten gebildet wird.
Routen:
Auf der westeuropäischen Route zie-hen inzwischen (2002 geschätzt)
ca. 150.000 Tiere, in Frankreich haben nachweislich 68.000 Kraniche überwin-tert.
Der ca. 300 km breite Zugkorridor der westziehenden Population führt
fast vollständig über Hessen, wobei offenbar im Marburger Raum
die meis-ten Vögel nachgewiesen wurden. Im Kreis Gießen
konnten 2001 alleine ca. 80.000 ziehende Vögel beobachtet werden.
Etwa 95.000 Kraniche wurden auf der Baltisch-Ungarischen Route beobach-tet,
hier dominieren die nordosteuropä-ischen Herkünfte, aus Schweden
ka-men 7 % der abgelesenen Ringvögel. In Ungarn haben 1200 Kraniche
über-wintert.
Die ersten Zugerscheinungen (Rück-flug) werden inzwischen oft
schon En-de Januar beobachtet, allerdings ver-ändert sich der
Rückzug etwas nach Norden (nördlich des Moseltales) und erfolgt
eher entzerrt. Höhepunkte beim Rückzug liegen Anfang März.
Der Herbstzug beginnt je nach Witte-rung im September mit Höhepunkten
durch Kaltlufteinbrüche an der Ostsee und endet mit kleinen Trupps
etwa Mit-te Dezember.
Überwinterung:
Frankreich hat sich zu einem großen Überwinterungsgebiet
entwickelt, wo-durch der Zugweg geringer geworden ist. Geschätzt wurden
im Jahr 1999 etwa 31.000, 2000 etwa 37.000 und 2001 genau 67.870 Tiere.
Schwer-punkt der Überwinterung war Südwest-frankreich.
Für Spanien liegen umfangreiche Da-ten aus der Provinz Extremadura
vor, danach wurden 51293 Kraniche vom 14.12. bis 16.12.2001 an 19 Plätzen
gezählt.
Biologie in Stichworten:
Mit ca. 115 Höhe größer als der Storch, Gefieder aschgrau,
weiße Kopfseiten, Kehle und Hals schwarz, Scheitelplatte leuchtend
rot. Brutvogel in Eurasien, Nord- und Mitteleuropa bis Sibirien, Brutplätze
in feuchten Niede-rungsgebieten, Moore, Feuchtwiesen,
Schlafplätze oft im Seichtwasser (Schutz vor Nahrungsfeinden),
Lege-zeit April/Mai, 1 - 3 Eier, Brutzeit ca. 30 Tage, Jungvögel nach
9 Wochen flüg-ge, Nahrung sind Kleintiere und Pflan-zen, größere
Insekten. Die Familien bleiben bis zum Winter zusammen und fliegen in keilförmiger
Formation oft auch mit anderen Familienverbänden.
Besonderheiten:
Einige Kraniche bleiben sowohl im Sommer (Brutvögel), als auch
im Win-ter in Deutschland, alleine in Li-num/Nauen konnten im Januar 2001
etwa 1200 Tiere im Januar nachgewie-sen werden. Als Futterplatz diente
ein abgeerntetes Maisfeld.
Untersuchungen von verendeten Kra-nichen haben keine erhöhten
toxischen Grundwerte (Kupfer, Quecksilber, DDT) ergeben.
Die Beobachtungen dieses sehr scheuen Großvogels zeigen inzwi-schen
offenbar eine zunehmende Verlagerung der Zugrouten von früher
östlich ziehenden Vögel die jetzt westliche Route wählen.
Ursa-che können Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung
der bisherigen Zugwege u.a. in der e-hemaligen UdSSR sein. Eine Rolle scheint
die Reduzierung des Mais-anbaues zu spielen, da Kraniche bevorzugt abgeerntete
Maisstoppel-felder als Nahrungsquellen nutzen.
Offene Fragen / Zusammenfassung
Ø Zum Alter der Kraniche und zum Anteil von Jungvögeln liegen
kaum Angaben vor.
Ø Obwohl regelmäßig auch in Finn-land, Schweden und
im östlichen Deutschland Kraniche systematisch mit deutlich sichtbaren
Farbringen versehen werden, erfolgten von den Ornithologen kaum Rückmel-dungen
bei den Beobachtungen mit Spektiven an den Rastplätzen.
Ø Die Dokumentation über das Auf-suchen der Kraniche von
Rastplät-zen in Hessen ist für die Diskussion der Ausweisung
von weiteren Feuchtgebieten von großer Wich-tigkeit.
Ø Der Einfluss von Windkraftrotoren, in den Himmel gerichtete
starke Lichtquellen und Sendemasten, die zu möglichen Orientierungsproble-men
führen können, wird durch zu-künftige Beobachtungen detaillier-ter
bewertet werden können.
Ø Durch genaue Beobachtungen des Zugverhaltens , Beringungen
oder Patenschaften für Einzelvögel, die mit Sendern ausgestattet
werden, wird auch zukünftig versucht, weite-re Einzelheiten zu dem
"Phänomen Kranichzug" zu gewinnen.
Ø Hierbei sind Meldungen von inte-ressierten Mitbürgern
stets will-kommen, es empfiehlt sich, nicht bei jeder Einzelbeobachtung
die wenigen datensammelnden eh-renamtlichen Mitarbeiter anzuru-fen, sondern
die Zugdaten (Da-tum, Uhrzeit, Anzahl, Flugrich-tung) zu notieren
und gesam-melt später mitzuteilen.
Alfred Görlach
Beauftragter für Vogelschutz
der
Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
für den
Landkreis Gießen
(Alfred Görlach, Pohlheim)
Mitteilungen
Vogelkundlicher Jahresbericht
Kreis Gießen
Band 11 - 2002
________________________
mit ornithologischen Daten von 2001
Zum Ende des Jahres 2002 ist es unseren drei "Machern" im NABU-Kreisvorstand
Dr. Achim Zedler, Hans-Erich Wissner und Günter Guckelsberger gelungen,
wieder-um einen rundum gelungenen vogelkund-lichen Jahresbericht in exzellenter
Aufma-chung und optisch ansprechendem Druck herauszugeben.
Auf 217 Seiten im DIN A 5 Format wer-den 202 Vogelarten datenmäßig
bear-beitet. Grundlage sind die Meldungen der knapp 150 Mitarbeiterinnen
und Mitarbei-ter von NABU, HGON und OBV, sowie weiterer interessierter
Melder, die alle mit Namen vorangestellt wurden.
Die zig-Tausend Einzeldaten werden diesmal teilweise in farblichen
Diagram-men dargestellt. Prächtige Farbfotos , auf-genommen von A.
Zedler, runden den vogelkundlichen Jahresbericht in seiner Gesamtheit positiv
ab.
Im Hinblick auf die Tatsache, dass solche wissenschaftlich bearbeiteten
Datensammlungen über Jahre konkrete Schlüsse auf unterschiedliche
Veränderungen unseres heimischen Ökosystems durch Veränderungen
der Vogelwelt zulassen, wird angeregt, dass alle interessierten Leser des
"SPECHTES" eine Ausgabe erwerben sollten.
Aus Kostengründen kann im Nachhinein keine Neuauflage erfolgen,
zum anderen behalten die Daten gerade im Vergleich mit den kommenden Jahren
stets ihre Gül-tigkeit und sind unersetzliche Dokumente.
Ohne ehrenamtliches Engagement aller an der aktuellen Ausgabe Beteiligter
wäre diese Broschüre nicht zustande gekom-men, vor allem wäre
sie deshalb nicht mehr bezahlbar, da Tausende von Ar-beitsstunden kostenlos
geleistet wurden.
Deshalb ist der Preis des "Vogelkundli-chen Jahresberichtes" 2002 von
nur 5 € im Grunde eine Anerkennungsgebühr und spiegelt nicht
im entferntesten die darin enthaltene Mühe wider.
Herausgeber ist wie immer der Natur-schutzbund Deutschland, NABU, Kreis-verband
Gießen e.V.
Interessenten wenden sich an unseren Schatzmeister im NABU-KV Vorstand:
Günter Guckelsberger, Launsbacher Str. 27 a, 35435 Wettenberg-Wißmar,
Tel. 06406-1843
Anm.:
In dieser SPECHT-Ausgabe sind die Da-ten des Kranichzuges aus dem vogelkund-lichen
Jahresbericht mit veröffentlicht
Jahresberichte
In diesem Zusammenhang darf ich an die Jahresberichte für 2002
der Ortsbeauf-tragten für Vogelschutz erinnern. Neben vogelkundlichen
Daten sind stets Hinweise auf Aktivitäten oder Einflussnahmen im jeweiligen
Zuständigkeitsbereich er-wünscht. Alle Angaben werden für
die Vogelschutzwarte ausgewertet, bzw. der Redaktion des "Vogelkundlichen
Jahres-berichtes" zugeleitet.
Die Mauersegler machen den Sommer
Vogel des Jahres 2003 - Sommerboten kehren erst Anfang Mai ins Mittelhessische
zurück
Kreis Gießen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat den Mauersegler
(Apus apus) als Vogel des Jahres ernannt. Im Bestand ist er noch nicht
droht, aber wie sein Vorgänger der Hausspatz leidet auch der Jahresvogel
2003 unter Wohnungsnot. „Immerhin ist über die Mauersegler im Kreisgebiet
mehr bekannt, als über die Spatzen,“ stellt Hans-Erich Wissner, Vorsitzender
des NABU-Kreisverbandes, fest. „Immerhin neun NABU-Ortsgruppen führen
seit mehreren Jahren regelmäßige Zählungen der Brutpaare
durch und melden uns ihre Daten.“ Im unlängst erschienen „Vogelkundlichen
Jahresbericht“ mit den Daten aus dem Jahr 2001 sind für den Kreis
Gießen 193 erfasste Brutpaare verzeichnet.
Der Mauersegler ist perfekt an das Leben in der Luft angepasst, und
trotz seiner Ähnlichkeit zu den Schwalben nicht mit ihnen Verwandt.
Charakteristisch sind die sichelförmigen Flügel und die hohen
„srriii-srrriii“-Rufe. Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben in
der Luft, nicht einmal zum Schlafen nehmen sie auf einem Ast Platz – nur
zum Brüten landen sie auf festem Untergrund. Da die Jungvögel
auch mit dem ersten Ausfliegen selbstständig sind und nie wieder ihre
Kinderstube zurückkehren werden, sitzen sie mit etwa 40 Tagen sehr
lange im Nest. Die Mauersegler sind Langstreckenzieher und legen jedes
Jahr rund 190.000 Kilometer zurück. Sie ernähren sich ausschließlich
von fliegenden Insekten, die gezielt angeflogen und geschnappt werden.
Mit ihrer Nahrungs-grundlage zusammen hängt das kurze Gastspiel der
Mauersegler bei uns: Die Vögel erreichen um den 1. Mai das hiesige
Brutgebiet und sind Anfang August schon wieder verschwunden.
Wie mit dem Spatz will der NABU auch mit dem Mauersegler für mehr
Natur in den Dörfern und Städten werben. Eine konkrete Hilfsmaßnahme
für die Segler ist das Anbringen von Nistkästen unter dem Dach,
aber vor allem sollten bestehende Brutplätze bei Sanierungen nicht
verschlossen werden.
Ein freier An- und Abflug ist für die Vögel von Bedeutung,
weshalb vor allem hohe Gebäude bevorzugt werden. In Krofdorf-Gleiberg
hat ein findiger Hausbesitzer in einer Giebelwand Einflüge geschaffen
und dahinter Bruthöhlen für die Segler angebracht. So hat er
vom Dachboden aus jederzeit Einblick in das Geschehen im Nest. Mit einer
Tonattrappe lassen sich die „Singles“ unter den Mauerseglern sogar an neue
Brutplätze anlocken, da sie sonst nur in bekannten Kolonien nach freien
Wohnungen suchen.
Für die Hausbesitzer besteht kein Grund, eine verschmutzte Fassade
zu fürchten, da die Vögel keinen Dreck am Brutplatz hinterlassen.
Die Altvögel entsorgen den Kot der Jungvögel an einem anderen
Ort, um keine Feinde wie Marder auf den Brutplatz aufmerksam zu machen.
Die Ortsgruppen und der Kreisverband geben gerne Tipps zum Anbringen von
Nistkästen für Mauersegler.
Daten über regelmäßige Zählungen liegen dem NABU-Kreisverband
aus Fellingshausen und Königsberg, Annerod und Steinbach, Wieseck,
Reinhardshain, Ruppertsburg und Treis vor, aber auch diese wiesen laut
Wissner Lücken auf. „Wir möchten mehr Aktive gewinnen, Daten
über den Mauersegler zu sammeln.“ Für die Teilnahme an der bundesweiten
Kartierung des NABU können interessierte Gruppen eine Kartierungsanleitung
unter www.nabu.de bekommen. „Ebenfalls ist es wünschenswert, wenn
die Kartierungen der Haussperlinge in den kommenden Jahren noch fortgeführt
würden,“ so Wissner.
Pressemitteilung des NABU-Kreisverbandes vom 04.01.03
Rufattrappen
Es ist bekannt, dass Mauersegler neue Nistplatzangebote nur schwer
finden. Um auf neue Nistkästen aufmerksam zu machen, kann man die
Segler mit Tonbändern anlocken. Die Rufe der Mauersegler sollten dabei
möglichst nah am Einflugloch in den Morgen- und Abendstunden abgespielt
werden.
Tonträger mit Mauersegler-Rufen können bei Mitgliedern des
Kreisvorstands ausgeliehen oder erworben werden. Außerdem bietet
die Firma Agrofor (Wettenberg), die auch sehr im Schwalbenschutz versiert
ist, solche CDs an (www.schwalbenschutz.de).
Mauersegler-Station macht dicht
Die Ausgabe der Hessenschau vom 03.01.2003 berichtete über die
Mauerseglerstation von Christiane Haupt in Frankfurt. Dort werden in Spitzenzeiten
bis zu 140 verletzte oder schwache Mauersegler mit hohem Aufwand versorgt
(und das in einem nur 35m² messenden Raum). Sicherlich läßt
sich in unseren Fachkreisen darüber streiten, ob die mit hohem (auch
finanziellen) Aufwand betriebene Pflege der Vögel der Arterhaltung
der Mauersegler dienlich ist. Dennoch fand ich es schade, zu erfahren,
daß die Station im zeitigen Frühjahr ihre Pforten schließen
wird - und das auch noch im "Jahr des Mauerseglers". Es stehen weder ausreichend
Platz noch Geld zum weiteren Betrieb zur Verfügung. Noch ist Zeit,
Sponsoren und neue Räumlichkeiten zu finden - vielleicht findet sich
ja auf diesem Wege eine derartige Möglichkeit...
Bevölkerungsentwicklung und §29er-Stellungnahmen
(az) Im Oktober 2002 wurde in der Giessener Presse die zu erwartende
Bevölkerungsentwicklung im Kreisgebiet bis 2020 dargestellt. Kernpunkt
ist dabei, dass die Bevölkerungszahlen durchschnittlich um ca. 7%
sinken werden, mit Schwankungen in einzelnen Gemeinden, die man der beigefügten
Tabelle entnehmen kann (siehe nächste Seite!). Folgende Gemeinden
werden vor allem starke Abnahmen haben: Allendorf/Lda., Biebertal, Gießen,
Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Laubach, Rabenau und Staufenberg. Diesen
Sachverhalt sollten wir uns zukünftig aktiv in unser §29er-Arbeit
zu Nutze machen, bei Landschafts-, Raumordnungs- und Bebauungsplänen.
In den letzten Jahrzehnten war hier immer argumentiert worden, der Bevölkerungszuwachs
mache die Ausweisung von neuen Baugebieten nötig. Einige Gemeinden
haben aber schon jetzt Schwierigkeiten, ihre Bauplätze an den Mann
zu bringen. Von daher sollte bei zukünftigen Bauplänen auf ein
maßvolles Vorgehen oder auch auf einen vollständigen Verzicht
zur Bauerweiterung gedrängt werden und mit diesen Zahlen dabei argumentiert
werden.
NABU-Arbeitskreis Lumdatal gebildet
Die anwesenden Vertreter der örtlichen Gruppen Lollar, Staufenberg,
Treis, Allendorf (Lumda), Allertshausen und Odenhausen (Lumda) bildeten
am 15.11.2002 im Vereinsheim der Gruppe Treis einhellig den NABU-Arbeitskreis
Lumdatal. Zwischenzeitlich hat auch die Gruppe Londorf ihre Teilnahme erklärt.
Der Schutz der Natur umfasst nicht nur einen einzelnen Ortsteil oder
eine einzelne Gemeinde, sondern auch die Perspektive einer gesamten Landschaft
oder Region. Diese nicht neue Erkenntnis war die Haupttriebfeder zur Bildung
dieses Arbeitskreises.
Zur Stärkung des Naturschutzes im Lumdatal gegenüber kommunalen
und staatlichen Stellen ist es daher von besonderer Bedeutung, wenn von
den örtlichen Gruppen des Naturschutzbundes im Lumdatal die Naturschutzinteressen
unter Einbringung des Sachverstandes des NABU gestärkt werden können.
Daneben spielt die Informierung der Bevölkerung eine wichtige Rolle.
Der AK will sich hauptsächlich folgender naturschutzrelevanter
Belange annehmen:
- Bauleitplanungen der Kommunen
- Landschaftsplanung
- Verkehrsprojekte
- Gewässerangelegenheiten
- Informierung der Öffentlichkeit
Das bedeutet, dass zukünftig auch Stellungnahmen der örtlichen
NABU-Vereine im Lumdatal grundsätzlich vom NABU Arbeitskreis Lumdatal
erarbeitet werden. Für die Stadt Lollar betrifft dies lediglich die
Kernstadt Lollar, die Angelegenheiten für die anderen Stadtteile bleiben
von dieser Regelung ausgenommen.
Auch der Informationsaustausch zwischen den örtlichen NABU-Gruppen
wird dadurch verbessert werden. Deren interne Angelegenheiten bleiben jedoch
unberührt. Der Arbeitskreis wird sich mit eigenem NABU-Logo präsentieren.
Anschrift des Arbeitskreises:
Hans-Erich Wissner
Allendorf (Lumda)
Zahlgasse 4
35469 Allendorf
' (0 64 07) 63 69
E-Mail: HEWissner@t-online.de
Kreisvorstand gegen „Testkäufe“
(tma) In einem internen Rundbrief des NABU Bundesverbandes wurde Ende
letzten Jahres um „Testkäufe“ gebeten, um zu überprüfen,
ob bestimmte Verkaufsstellen von Einweggetränken sich an die neue
Dosenpfand-Regelung halten. Aus verschiedenen Gründen hat sich der
Kreisvorstand gegen solche Testkäufe, bei denen eine eidesstattliche
Versicherung des Testkäufers abgegeben werden muß sofern kein
Dosenpfand berechnet wurde, ausgesprochen.
Neue Vorstandsmitglieder gesucht
(tma) Der Kreisvorstand ist zur Zeit etwas „dünn“ besetzt, daher
werden noch weitere Personen gesucht, die Interesse daran haben, im Vorstand
mitzuarbeiten. Ein Einstieg in die Vorstandsarbeit ist auch vor der Jahreshauptversammlung
möglich und erwünscht, um eine Einarbeitungszeit zu haben. Unbesetzt
ist derzeit das Amt des Schriftführers, gerne würden wir einen
Koordinator für die Jugendarbeit einsetzen. Wer einmal in die Vorstandsarbeit
„reinschnuppern“ möchte kann sich an Karl Herrmann (Tel.: 06409/2841)
oder jedes andere Vorstandsmitglied wenden
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