|
Naturschutz und Landwirtschaft
Naturschutz und Landwirtschaft sind
aufeinander angewiesen. Eine Landbewirtschaftung ohne Nachhaltigkeit bewirkt
früher oder später den Verlust der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Ein
Landwirt, der die Belange des Bodens, der Natur und des Wasserhaushaltes nicht
berücksichtigt, betreibt Raubbau nicht nur an seiner eigenen Lebensgrundlage.
Aber die Natur (und der Naturschutz) kommen ohne die
Landwirte nicht aus. Erst durch die Landbewirtschaftung und die Formung unserer
Kulturlandschaft über Jahrhunderte entstand die Lebensraumvielfalt und mit ihr
die Artenvielfalt, die wir heute haben und die bedroht ist. Und nur eine
angepasste Landbewirtschaftung kann helfen, die Vielfalt zu sichern, denn reine
„künstliche“ Pflegemaßnahmen für unsere Landschaft und ihre Bewohner sind
langfristig nicht finanzierbar.
 
Viele
kleine Tipps
Neben „großen“ Projekten, wie z. B.
gezielten Beweidungsmaßnahmen in Wiesenbrütergebieten oder Feldhamstergerechter
Bewirtschaftung der Äcker gibt es auch viele kleine Dinge, die Landwirte und
Landbewirtschafter zum Schutz der heimischen Flora und Fauna ohne viel Aufwand
tun können:
-
Anlegen von Lerchenfenstern in großen Ackerschlägen. (Info hier)
-
Kein Liegenlassen von Presskordeln und Ballenwickelnetzen – viele
Vogelarten bauen diese in ihre Nester ein, Jung- und Altvögel können sich darin
verstricken und jämmerlich zu Grunde gehen. Natürlich lässt man auch keine
Folienschnipsel vom Silo in der Gegend rumfliegen…
-
Nach der Rapsernte die Rapsstoppeln ein bis zwei Arbeitsbreiten rund um
den Feldrand einarbeiten: Mäuse laufen von den Feldwegen aus in Rapsschläge,
wenn noch etwas Deckung durch die Stoppeln vorhanden ist. Ihre Feinde wie
Mäusebussarde können sich aber bei der Jagd an den senkrecht stehenden
Rapsstoppeln, die für die Vögel schwer erkennbar sind, tödlich verletzten.
-
Anbringen von Nisthilfen für Schleiereulen und Turmfalken an und in
Scheunen. Scheunen sollten zudem für die Eulen zugänglich sein, hier können sie
bei Schneedecke noch Mäuse jagen.
-
Güllebecken abdecken: Mäuse und Kleinvögel können auf der schwimmenden
Kruste laufen, größere Vögel wie Bussarde und Eulen ertrinken aber in der Gülle.
-
Öffnen von Viehställen und Anbringen von Nisthilfen für Rauchschwalben.
Naturnester nicht herabstoßen. Evtl. aus den Nestern hängende Pferdeschweifhaare
und Kordel abschneiden, damit die Jungschwalben sich nicht darin verstricken.
-
Auf das Schleppen von Wiesen nach Mitte März möglichst verzichten. Reine
Weideflächen, die nicht befahren/gemäht werden müssen, müssen nicht geschleppt
werden – kostet ja nur Sprit und Zeit!
-
Die Ackergrenze nicht (immer) bis zum unmittelbaren Wegrand ausnutzen –
auch mal einen Streifen stehen lassen, in dem sich Kornblume, Klatschmohn & Co
entwickeln können und mit ihren Blüten zu einem schönen Landschaftsbild und als
Insektentankstelle beitragen.
-
Wenn’s nicht sein muss: Wegränder u. ä. möglichst spät abmähen. Heute
werden große Flächen in kurzer Zeit abgeerntet, Deckung und Nahrungshabitate
gehen verloren. Wenn dann auch noch die Wegränder und bewachsenen Feldwege alle
gemäht sind, bleibt für die Tierwelt überhaupt nichts mehr übrig. Das gleiche
gilt für Brachflächen, Brachebegrünungen u.ä.: So lange stehen lassen, wie
möglich. Z. B. in Sonnenblumenfelder ziehen sich schiere Unmengen von Vögeln und
Niederwild im Winter zurück. Hier haben sie Nahrung und Deckung.
Weitere Tipps und Anregungen nehmen wir gerne entgegen!
|